Akku-Reparatur, Neubestückung und Sonderanfertigung

Wir reparieren Ihren defekten Akku, indem wir alle Zellen gegen neue tauschen. Wir verwenden Markenzellen, zum Beispiel von LG und Murata (ehemals Sony), und geben Ihnen genau an, welche Zellen und wie viele davon wir verbauen.

Unsere Leistungen

Wir bestücken Akku-Packs mit Nickel- oder Lithium-Ionen-Zellen – zum Beispiel für E-Bikes, E-Roller, Scooter, Werkzeuge und Haushaltsgeräte. Ob Ihr Modell möglich ist, klären wir gern vorab.

Neubestückung

Alle Zellen werden ersetzt. Gehäuse, Anschlüsse und Elektronik verwenden wir weiter, soweit sie in Ordnung sind. Verschaltung und Elektronik müssen zum ursprünglichen Akku passen.

Mehr Kapazität

Auf Wunsch setzen wir Zellen mit höherer Kapazität ein. Anzahl und Anordnung der Zellen bleiben gleich, denn der Platz im Gehäuse ist begrenzt. Ob ein Upgrade möglich ist, hängt von den verfügbaren Zellen, dem BMS, dem Motor und dem Ladegerät ab – das prüfen und besprechen wir vorher mit Ihnen.

Upgrade abschätzen

Sonderanfertigung

Auf Anfrage fertigen wir auch Akku-Packs nach Maß, zum Beispiel für besondere Gehäuse oder Zell-Anordnungen. Passende Zellhalter konstruieren wir bei Bedarf selbst und fertigen sie im 3D-Druck. Was möglich ist, klären wir individuell mit Ihnen.

So läuft eine Neubestückung ab

Der Umfang der Arbeiten und Prüfungen richtet sich nach dem vorhandenen Akku und dem vereinbarten Auftrag.

  1. Prüfen und messen

    Ein Akku besteht aus mehreren Zellgruppen, die in Reihe geschaltet sind. Die Spannungen der einzelnen Gruppen geben Hinweise auf den Zustand: Weicht eine Gruppe deutlich ab, ist sie häufig die Ursache für Abschalten oder geringe Reichweite. Danach besprechen wir mit Ihnen, ob sich eine Reparatur lohnt und was sie kostet.

  2. Öffnen und festhalten

    Vor dem Zerlegen halten wir Verschaltung (zum Beispiel 10S4P: 10 Gruppen in Reihe, je 4 Zellen parallel), Lage der Zellen, Batteriemanagement (BMS) mit Messleitungen, Temperaturfühler, Schalter und Anschlüsse fest.

  3. Passende Zellen wählen

    Format, Kapazität und Belastbarkeit der Zellen müssen zu Gerät, Motor und Ladegerät passen. Die konkret verwendete Zelle wird im Auftrag angegeben.[1]

  4. Messen und sortieren

    Auch neue Zellen streuen leicht. Zellen lassen sich zu Gruppen mit ähnlicher Gesamtkapazität zusammenstellen. Das ist wichtig, weil die schwächste Gruppe den ganzen Akku begrenzt: Das BMS beendet das Entladen, sobald sie ihre Mindestspannung erreicht.[2]

  5. Anordnung und Zellhalter

    Zellhalter fixieren die Zellen im Gehäuse. Bei Bedarf entwerfen wir passende Halter und fertigen sie im 3D-Druck. Bei einer Neubestückung muss die Anordnung zum vorhandenen Akku passen.

  6. Punktschweißen statt Löten

    Die Zellen werden über Nickelstreifen verbunden – mit einem Impuls-Punktschweißgerät, das Fernand Heinen selbst gebaut und von der Platine an selbst entworfen hat. Zellhersteller wie Panasonic schreiben vor, Zellen nicht direkt zu löten – zu viel Wärme kann die Zelle schädigen.[3] Auch die Forschung untersucht beim Verbinden von Zellen gezielt den Wärmeeintrag.[4]

  7. BMS anschließen und isolieren

    Das Batteriemanagementsystem überwacht die Spannung jeder Zellgruppe sowie Temperatur und Strom und schaltet bei Grenzwerten ab.[2][5] Die Pole werden gegen Kurzschluss isoliert, Leitungen erhalten eine Zugentlastung.

  8. Genaue Angaben zu den Zellen

    Im Auftrag stehen Zelltyp, Anzahl und Verschaltung. Mit den Angaben des Zellherstellers können Sie die Kapazität selbst nachrechnen – zum Beispiel 10S4P mit Zellen zu 3,7 V und 2,5 Ah: 37 V × 10 Ah = 370 Wh. Zum Akku-Rechner

Worauf es bei Zellen ankommt

Zellen sehen von außen oft gleich aus. Der Unterschied steckt im Inneren – und er ist messbar.

Eingebaute Schutzelemente

Viele Markenzellen enthalten interne Schutzbauteile, etwa gegen Überdruck bzw. Überladung (CID) und – je nach Typ – gegen Überstrom (PTC).[6] In gefälschten Zellen fehlten diese bei Untersuchungen von UL.[7]

Nachvollziehbare Kapazität

Gefälschte Zellen tragen oft Angaben, die sie nicht erreichen: UL dokumentiert eine Zelle mit dem Aufdruck 5.000 mAh und gemessenen 1.200 mAh.[7] Eine Markenzelle wie die LG MJ1 hat laut Hersteller 3.500 mAh.[1]

Sorgfältige Verarbeitung

Das Messen und Sortieren der Zellen und das Punktschweißen nach Herstellervorgabe[3] kosten Zeit und Messtechnik. Sie sind aber wichtig für Lebensdauer und Sicherheit. In einer CT-Untersuchung von 1.054 Zellen stammten alle 33 Zellen mit schweren Fertigungsfehlern von Billig- oder Fälschungsmarken.[8]

Häufige Fragen

Welche Akkus können Sie reparieren?

Wir bestücken vorhandene Akku-Packs neu mit Nickel- oder Lithium-Ionen-Zellen – zum Beispiel für E-Bikes, E-Roller, Scooter, Werkzeuge und Haushaltsgeräte. Ob Ihr Modell möglich ist, klären wir gern vorab. Beispiele finden Sie unter Akku-Beispiele.

Fertigen Sie auch neue Akku-Packs an?

Ja, auf Anfrage als Sonderanfertigung, zum Beispiel für besondere Gehäuse oder Zell-Anordnungen. Schreiben Sie uns, wofür Sie den Akku benötigen und welche Maße und Werte er haben soll.

Kann ich meinen Akku selbst reparieren?

Davon raten wir ab. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung warnt, dass Batterien nicht geöffnet, manipuliert oder verändert werden sollen, weil dabei Schutzeinrichtungen zerstört werden und Wärmeentwicklung, Entzündung oder Explosion drohen.[9] Wenn Sie Ihren Akku neu bestücken lassen möchten, gehört das in eine Werkstatt mit passender Ausrüstung – bei uns zum Beispiel mit einem Impuls-Punktschweißgerät statt Lötkolben. Mehr dazu unter Pflege und Sicherheit.

Kann die Kapazität erhöht werden?

Auf Wunsch setzen wir Zellen mit höherer Kapazität ein. Anzahl und Anordnung der Zellen bleiben dabei gleich. Ob ein Upgrade möglich ist, hängt von den verfügbaren Zellen, dem BMS, dem Motor und dem Ladegerät ab – das besprechen wir vorher mit Ihnen.

Welche Rechte habe ich bei Mängeln?

Es gilt die gesetzliche Gewährleistung: Für die eingebauten neuen Teile und unsere Arbeit haften wir zwei Jahre ab Rückgabe des Akkus; einen Mangel beheben wir kostenlos. Eine zusätzliche freiwillige Garantie sagen wir nicht zu; bereits erteilte Garantiezusagen bleiben unberührt. Einzelheiten unter Gewährleistung. Sollte nach der Reparatur etwas nicht in Ordnung sein, melden Sie sich bitte direkt bei uns.

Wovon hängt der Preis ab?

Vor allem von Anzahl und Art der Zellen, die Ihr Akku braucht, und vom Aufwand beim Öffnen, Verschalten und Isolieren. Anhand Ihrer Fotos geben wir eine unverbindliche Einschätzung; den verbindlichen Preis nennen wir, bevor wir beginnen. Warum Markenzellen den Unterschied machen, lesen Sie unter Worauf es bei Zellen ankommt.

Kann ich meinen Akku einschicken?

Bitte nehmen Sie vorher Kontakt mit uns auf. Lithium-Akkus sind beim Versand Gefahrgut – bis 100 Wh mit Erleichterungen, darüber gelten die vollen Vorschriften; wir besprechen mit Ihnen, wie der Akku sicher zu uns kommt. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus bitte nicht verschicken. Kosten finden Sie unter Versand und Zahlung.

In welche Länder senden Sie Akkus zurück?

Nach Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Belgien, in die Niederlande, nach Österreich, Italien, Spanien und Portugal. Lithium-Akkus über 100 Wh, wie die meisten E-Bike-Akkus, unterliegen den vollen Gefahrgutvorschriften; den Versand stimmen wir vorher mit Ihnen ab. Mehr dazu unter Versand und Zahlung.

Welche Angaben helfen bei der Anfrage?

Ein Foto vom Akku und vom Typenschild, Hersteller und Modell des Geräts sowie eine kurze Beschreibung des Problems.

Quellen (9)
  1. Herstellerangaben der Zellen: LG (INR18650-MJ1, -M29, -M26/M26S, INR18650-HE2), Sony/Murata (US18650VTC4, VTC5, VTC6), Panasonic NCR18650PF und Axcom Sub-C (YT2000SCP, YT3000SCP), als technische Beispiele; Molicel INR21700-P45B; Samsung INR21700-50E; Lithium Werks ANR26650M1B; LiFePO4-Zelle IFR32700 (Händlerangabe). Link
  2. Fraunhofer IIS: Batteriemanagementsysteme (Produktblatt). Link
  3. Panasonic: Spezifikation der Lithium-Ionen-Zelle NCR18650B („Do not directly solder to the battery“, Verbindung per Punktschweißen) sowie Sanyo/Panasonic Safety Data Sheet SDS-IBT-00026 (2018). Link
  4. M. J. Brand, P. A. Schmidt, M. F. Zaeh, A. Jossen: Welding techniques for battery cells and resulting electrical contact resistances. Journal of Energy Storage 1 (2015) 7–14. doi:10.1016/j.est.2015.04.001 Link
  5. VDE Verband der Elektrotechnik: FAQ Batterien. Link
  6. J. Jeevarajan: Limitations of Internal Protective Devices in High-Voltage/High-Capacity Batteries Using Lithium-Ion Cylindrical Commercial Cells. NASA NESC Technical Bulletin 09-02, 2009. Link
  7. UL (Underwriters Laboratories): Counterfeit Batteries eGuide. Link
  8. Lumafield: Battery Quality Report – CT-Analyse von 1.054 Zellen im Format 18650 (2025). Link
  9. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): DGUV Information 205-041 „Brandschutz beim Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien“, Ausgabe Februar 2024, Abschnitt 4.2 (S. 20: Wärmeeintrag beim Kontaktieren) und 4.3 (S. 23: Batterie nicht manipulieren/„reparieren“). Link

Zeigen Sie uns Ihren Akku

Ein Foto vom Akku und vom Typenschild sowie eine kurze Fehlerbeschreibung genügen für eine erste Einschätzung.